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LdE-Sondernewsletter zur Ukraine: Handlungsfähigkeit stärken

Ein bewaffneter Konflikt mitten in Europa: Das wirft für Schulen konkrete Fragen und Herausforderungen auf. Wie lassen sich die erschreckenden Ereignisse und rasanten Entwicklungen thematisieren? Wie lässt sich auf mögliche Ängste und Unsicherheiten der Schüler*innen reagieren? Mit diesem LdE-Sondernewsletter als Übersicht vielfältiger Anregungen aus Zivilgesellschaft & Co. möchten wir Schulen praxisnah unterstützen. Wir zeigen auf, welche Möglichkeiten LdE für den Unterricht im doppelten Ausnahmezustand einer anhaltenden Pandemie und eines Krieges in Europa bietet, um als Schule gerade jetzt die Handlungsfähigkeit junger Menschen zu stärken:

Unsere Empfehlung also: Setzen Sie auf Medienkompetenz, Beziehungsgestaltung sowie mentale Unterstützung und ermöglichen Sie Kindern und Jugendlichen, aktiv werden zu können. Wir hoffen, Sie finden die ein oder andere nützliche Anregung sowie hilfreiche Kooperation und Unterstützung vor Ort,

Ihr Team der Stiftung Lernen durch Engagement

Einladung

Am Montag, 7. März, 16-17 Uhr bieten wir kurzfristig einen LdE-Treff an, um sich offen über alle Gedanken auszutauschen, die Schulen aktuell beschäftigen zur Anmeldung

Sie haben weitere Anregungen oder Beispiele dafür, wie Sie mit LdE auf die aktuelle Situation reagieren? Schreiben Sie uns: natalia.bronny@lernen-durch-engagement.de

Anregungen zum Umgang mit Informationen

Die aktuellen Geschehnisse entwickeln sich rasant und sind kaum zu überblicken, im Krieg sind gesicherte Informationen ohnehin eine journalistische Herausforderung. Entsprechend schwierig ist es gerade, die richtigen Worte zu finden. Lehrer*innen im 21. Jahrhundert können nicht alle Antworten parat haben, aber junge Menschen entscheidend dabei begleiten, belastbare Informationen zu beschaffen und kritisch einschätzen zu können:
Tipps zu Mediennutzung und Medienkompetenz:
  • Die kostenlose App Buzzard wirkt Filterblasen entgegen, indem sie täglich vielfältige Perspektiven rund um aktuelle politische Debatten bündelt: www.buzzard.org | Wie wird in anderen Ländern über die Situation in der Ukraine berichtet, auch in Russland? Die Plattform eurotopics von der Bundeszentrale für politische Bildung bietet Übersetzungen tagesaktueller Medienartikel: www.eurotopics.net  

  • klicksafe ist eine Kampagne der EU, um Medienkompetenz zu fördern und für Gefahren im Internet zu sensibilisieren: Hier finden Sie pädagogische Anleitungen zur Meinungsbildung im Internet und Quellenchecks etc. rund um Fake News | Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg gibt Anregungen, in welchen Fächern und mit welchen Materialien und Medien Lehrer*innen das Thema Fake News aufgreifen können: www.lmz-bw.de

  • Die Bundeszentrale für Politische Bildung bietet eine konkrete Anleitung zum Fact-Checking, um Falschinformationen erkennen zu können: www.bpb.de | Die spielerische App „Facts & Fakes“ vermittelt Kindern und Jugendlichen, wie sie die Vertrauenswürdigkeit von Meldungen prüfen können: www.factsandfakes.de

  • Das Recherchezentrum CORRECTIV prüft die Vertrauenswürdigkeiten einzelner Meldungen und dokumentiert jeweils die Herangehensweise. Zum Krieg in der Ukraine gibt es ein fortlaufendes Dossier: www.correctiv.org/faktencheck | Die gleiche Arbeit leisten Journalist*innen beim ARD-Faktenfinder der Tagesschau: www.tagesschau.de/faktenfinder
Wie mit Kindern und Jugendlichen über Krieg sprechen?
  • "Über Krieg reden: Krieg in der Schule thematisieren“ lautete ein Gespräch unter Expert*innen des Campus des Deutschen Schulpreises am 1. März. Uns freut es, dass auch Schülerinnen von ihrer Sichtweise und ihrem Engagement berichteten. Zum 90-minütigen Mittschnitt: https://www.youtube.com/watch?v=MIM4mu3xTIE

  • Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung hat mit Annekathrin Schmidt, Expertin für Persönlichkeitsbildung, und Psychotherapeutin Jennifer Rauch über konkrete Empfehlungen gesprochen, wie sich Kindern Krieg erklären lässt. "Um ein Gefühl der Ohnmacht vor einem Problem zu vermeiden, empfiehlt es sich auch oft am Ende eines Gespräches gemeinsam aktive Handlungen abzuleiten": www.dkjs.de

  • Die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz hat folgenden Leitfaden entwickelt, wie mit jungen Menschen altersgerecht über Krieg gesprochen werden kann:www.servicestelle-jugendschutz.de

  • Unter Beteiligung verschiedener Länder haben Europäische Kommission und Europarat im gemeinsamen Pilotprojekt „Living with Controversy" Materialien zum „Unterrichten kontroverser Themen“ erarbeitet: zum Download

Anregungen für emotionale & mentale Unterstützung

In einer Studie zur Situation Jugendlicher und junger Erwachsener während der Corona-Pandemie (JuCo III) gaben 13,4 Prozent an, keine Vertrauenspersonen zu haben und mit Sorgen, Nöten und Zukunftsängsten allein zu bleiben. In einem Moment emotionaler Überforderung kann umso wichtiger sein, als Lehrer*in und Vertrauensperson ansprechbar zu sein, sowohl für Kinder und Jugendliche mit eigener Erfahrung von Flucht oder persönlichem Bezug zum Krieg in der Ukraine als auch ohne. Mit LdE-Patenschaften können Lehrer*innen Beziehungsgestaltung besonders gut in den Fokus rücken, Ideen für entsprechende LdE-Projekte finden Sie weiter unten.
Resilienz und psychische Gesundheit fördern:

Die starke mediale und öffentliche Präsenz von Krieg kann für junge Menschen belastend sein, auch sind Ihre Schüler*innen teilweise selbst durch Vertreibung aus einem früheren Leben gerissen worden. Diese Faktoren kann Schule nicht beeinflussen, aber sie kann ein Schutzraum sein, um junge Menschen aufzufangen und zu einer Stärkung der psychischen Gesundheit beizutragen. Wie kann das gelingen?
  • Die Beisheim Stiftung hat ein Portal mit vielfältigen Tipps für junge Menschen zum Umgang mit der Corona-Pandemie erstellt, die dortigen Hinweise können auch bei einer psychischen Belastung durch den Krieg hilfreich sein: www.corona-und-du.info

  • Für Hintergrundwissen zu Resilienz und Möglichkeiten, wie Schule diese bei Kindern und Jugendlichen stärken kann, finden Sie hier weitere Informationen: www.fluchtundresilienz.schule
Wie persönlich betroffenen Schüler*innen sensibel begegnen?

Sowohl für Schüler*innen, die selbst Erfahrungen mit Krieg und Flucht gemacht haben, als auch für Kinder und Jugendliche mit ukrainischer oder russicher Herkunft kann die aktuelle Situation eine besonders schwere Herausforderung darstellen: Hier muss Schule  vor (Re-)Traumatisierung sowie vor Anfeindungen schützen. LdE ermöglicht Lehrer*innen indivualisierten Unterricht, der zugleich Zusammenhalt fördert. Damit kann die Lernform derartige mögliche Spannungen auffangen.
  • Handbuch für Pädagog*innen des Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) zum Umgang mit Flucht und Trauma im Kontext Schule zum Download

  • Über globale Konflikte, die im Klassenzimmer ausgetragen werden: Hintergründe und pädagogische Materialien der Bundeszentrale für politische Bildung: www.bpb.de

  • Methodentipp: Mit "The Danger of a Single Story" regen Lehrer*innen eine umsichtige Auseinandersetzung mit Stereotypen und Vorturteilen an: zum Download

Anregungen für gestärkte Handlungsfähigkeit

Innerhalb der ersten Woche des Krieges sind mehr als 1 Million Menschen aus der Ukraine geflohen (unhcr.org). Um derart erdrückende Ereignisse nicht zu Ohnmacht führen zu lassen, hilft: selbst aktiv zu werden. Fühlen wir wir uns selbstwirksam, bleiben wir handlungsfähig, und gebraucht wird Unterstützung bereits an vielen Stellen. Dafür stehen Zivilgesellschaft und Demokratie, deren Rechte, Lebendigkeit und bürgerschaftlichen Handlungsspielräume nicht selbstverständlich sind, sondern von jeder Generation neu gelernt, gelebt und gestärkt werden müssen: Auch das erleben Schüler*innen mit Lernen durch Engagement. Eine Ideensammlung für LdE-Projekte:

Aufmerksamkeit schaffen durch mobilisierendes Engagement:

Schüler*innen können bereits bestehende Hilfsangebote und Spendensammel-Aktionen recherchieren und durch eine eigene Kampagne bewerben sowie selbst eine Aktion mit lokalen Vereinen oder Initiativen organisieren. Die Stadtteilschule St. Pauli zeigt auf, wie sich LdE-Schüler*innen für die Rechte von geflüchteten Menschen in ihrem Stadtteil einsetzten. Außerdem können Schuler*innen ...

  • sich in Deutsch mit Quellenanalyse, Fake News und journalistischen Prinzipien auseinandersetzen uns ein Detektiv-Spiel "Fake oder Fakt" mit Tipps zum Erkennen von Fake News konzipieren, um es in anderen Schulklassen vorzustellen

  • im Fremdsprachenunterricht einen multilingualen Podcast in vielfältigen Muttersprachen produzieren und unterschiedlichste Menschen dazu interviewen, was ihnen nach einem Umbruch im Leben emotional sowie praktisch geholfen hat

  • sich im Politikunterricht mit Demokratie, gesellschaftlicher Teilhabe und freier Meinungsäußerung auseinandersetzen, und als Schule einen "Sponsored Walk" organisieren, um Spenden für Vereine zu Menschenrechten & Co. zu sammeln

  • sich in Deutsch mit der Macht von Sprache in der Berichterstattung über Menschen auf der Flucht auseinandersetzen und als "Menschlichkeits-Ninjas" etwa für lokale Medien eine sensibilisierende Broschüre zu verletzender Sprache entwickeln

Direktes Engagement mit LdE-Patenschaften:

  • Materialien: Damit Schüler*innen auf ein direktes Engagement etwa mit geflüchteten Menschen vorbereitet sind, bieten sich diese Methoden an: Begegnungen auf AugenhöheErwartungen & Befürchtungen |  Mückenstiche

  • Gemeinsam aufklären: Schüler*innen setzen sich mit der Rolle von Social Media für Meinungsbildung auseinandersetzen und erarbeiten zusammen mit Menschen älterer Generationen einen aufklärenden Workshop an der lokalen Volkshochschule

  • Sofort-Hilfe: Junge Menschen recherchieren in Freiwilligenzentren, ihrer Kommune oder bei Initiativen, wie geflüchtete Menschen unterstützt werden und machen mit: zum Beispiel bei der Betreuung von Kindern, beim Kennenlernen der Stadt, dem Spracherwerb oder bei der Organisation alltäglicher Dinge

  • Neue Nachbarschaft: Für viele geflüchtete Menschen ist ungewiss, ob und wann sie in ihre Heimat zurückkehren können. Umso wichtiger sind neue soziale Kontakte vor Ort. Schüler*innen können Aktionen zum Ankommen organisieren, wie gemeinsames Kochen oder Spielen, eine mehrsprachige Stadtführung etc.

  • Ins Gespräch kommen: Frieden und Demokratie sind nicht selbstverständlich. In Gesprächen mit älteren Generationen oder zivilgesellschaftlichen Gruppen können Schüler*innen von vielfältigen Erfahrungen hören und diese Geschichten etwa als gemeinsame Ausstellung in ihrer Region sichtbar machen

  • Dieses Beispiel des Franz-Ludwig-Gymnasiums Bamberg zeigt, wie Sportunterricht mit Lernen durch Engagement Menschen verbinden kann und allen Beteiligten stärkende Chancen bietet, gemeinsam aktiv zu werden: zum LdE-Praxisbeispiel
Wann, wenn nicht jetzt: Demokratiekompetenz stärken

Wie können Kinder und Jugendliche in der Schule demokratische Werte entwickeln, wie können Lehrer*innen kritisches Denken fördern und aus der Schule heraus Möglichkeiten aktiver Beteiligung eröffnen? Das Modell zu Demokratiekompetenz bei LdE bietet hierzu pädagogische Ansätze und vielfältige Methoden in den drei Bereichen "Einstellungen und Werte", "praktische Handlungsfähigkeiten" sowie "Wissen und kritisches Denken". Für ein selbstwirksames Leben in unserer demokratischen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts: Demokratiekompetenz mit LdE

Sie möchten mit LdE aktiv werden?
 
... und verändern, wie Kinder und Jugendliche schulische Bildung erleben – damit Schule darauf abzielt, Kompetenzen zu stärken, Potenziale zu entfalten und aufzuzeigen, wie junge Menschen unsere demokratische Gesellschaft mitgestalten können? Erfahren Sie hier, wie Sie als Lehrer*in LdE umsetzen können, LdE-Schulbegleiter*in werden oder wie wir Sie bei Ihrer Forschung zu Service-Learning unterstützen können:
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